Magento-2

Der Wechsel von Magento 1 zu Magento 2: Diese Dinge sollten Sie beachten

Magento braucht keine Vorstellung – seit seinem Auftritt im 2008 hat sich die E Commerce Onlineshop-Software als ein Vorbild für Anpassungs-, Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit im E Commerce Bereich etabliert. Mit einem aktuellen Marktanteil von 25% ist Magento unbestreitbar der Marktführer im Online Handel.

Jedoch hat jede Medaille zwei Seiten und Magento ist keine Ausnahme. Trotz aller Vorteile und überzeugenden Marktergebnissen, weist das System auch einige teils schwere Nachteile auf. So ist zum Beisiel die Geschwindigkeit verbesserungswürdig,  der Admin-Bereich ist verwirrend, und viele Arbeitsabläufe sind sehr komplex. Diese Herausforderungen, zusammen mit der raschen Entwicklung der Kundenwünsche im E Commerce Bereich und dem wachsenden Wettbewerb haben die führende Position von Magento gefährdet. Mit der Entwicklung der neuen Version, Magento 2, versucht der E Commerce Gigant diesen Problemen zu begegnen und auch an die Zukunft des E Commerce zu denken.

Als Magento 2 im Jahre 2014 nach einer wesentlichen Verzögerung endlich auf den Markt gekommen war, wurde die Plattform zum Teil heftig kritisiert und von vielen Entwicklern als eine Enttäuschung angesehen. Neben der nach wie vor schwierigen Installation und Einrichtung waren weder die Geschwindigkeit, noch die Usability verbessert worden. Zudem gab es eine Menge an Bugs, auch in zentralen Bereichen der Funktionalität. Ein sehr großes Problem war es jedoch, dass es sehr kostspielig oder sogar unmöglich war, in der ersten Version vorhandene Funktionalitäten in Magento 2 nach- oder einzubauen.

Nach einigen geschäftlichen Schwankungen und Restrukturierungen wurde Magento im Jahre 2015 von eBay verkauft und als unabhängiges Unternehmen tätig. Jetzt, fast 2 Jahre später, sind wir bei Version 2.1, die schon ganz anders als ihr Vorgänger aussieht. Die Entwickler von Magento haben nicht nur eine erhebliche Menge an Problemen gelöst, sondern auch auf die Community Anregungen reagiert und zusätzliche Verbesserungen und Funktionalitäten eingebaut.

Im nachfolgenden Artikel werden wir auf die Veränderungen bei Magento 2 tiefer eingehen, sowie einige Ratschläge hinsichtlich des Umstiegs von der alten zu den neuen Version geben. Und ja, einen Wechsel von Magento 1 können Sie nicht vermeiden, da der technische Support von allen 1.x Versionen im November 2018 eingestellt wird!

Die Neuerungen in Magento 2

Wenn Sie sich unseren Artikel über die Top 10 Magento Erweiterungen angeschaut haben, dann erinnern Sie sich sicherlich an die Bedeutung der Shop Geschwindigkeit hinsichtlich der Konvertierungsraten. Ein Merkmal von Magento 1, das seine Führungsposition extrem gefährdet hat, war genau diese niedrige Geschwindigkeit im Vergleich zu anderen Shopsystemen.

Geschwindigkeit und Performance

Das Problem mit der niedrigen Geschwindigkeit stand im Mittelpunkt für die Entwickler von Magento 2; die Entwickler haben versucht, dieses Problem weitestgehend zu lösen. Die neue modulare Code Basis, die Unterstützung des sog. FPC (Full Page Caching) für beide Community und Enterprise Editionen, der Einsatz von PHP 7 zusammen mit Varnish (ein HTTP Beschleuniger) sowie die neueste Version von mySQL haben alle enorm zu der verbesserten Leistung beigetragen. Magento 2 nutzt CSS3 statt CSS2, welches eine effektivere Methode für das Laden von Hintergrundbilder annimmt, sowie HTML5 statt der vierten Version. Dieser Wechsel ist besonders für mobile Online Einkäufe (deren Anzahl ständig ansteigt) von unerlässlicher Bedeutung. Die neue Codestruktur und die verwendeten Programmiersprachen haben zu einem umwerfenden Anstieg von 50% bei den Ladezeiten geführt – jetzt ist eine maximale Ladezeit von 2 Sekunden zu erwarten, was deutlich unter die Toleranzgrenze der Nutzer liegt und somit die Bounce-Raten minimiert. Magento 2 Shops können zudem doppelt so viele Bestellungen und vielmehr Traffic (10 Millionen Ansichten pro Stunde im Vergleich zu 500.000 bei Magento 1.x) in kurzer Zeit ertragen. Das wiederum vermindert potenzielle Crash-Rates. Die Größe von Java-Klassendateien wurde komprimiert und die jQuery Bibliothek hat als JavaScript jetzt die alten sog. “Prototypes” ersetzt, was insgesamt zusätzlich zu einer besseren Bottom-Line Performance spricht.

Dank der verbesserten Codestruktur lassen sich die neuen Versionen und die Erweiterungen auf 2.x leichter aktualisieren, als dies noch in Magento 1.x der Fall war. Auch vierteljährliche Updates und Verbesserungen von beiden Community und Enterprise Ausgaben sind versprochen.

Admin Interface und Usability

Der zweite zentrale Bereich, der in seiner Struktur gründlich überarbeitet und verbessert worden ist, ist der Admin Bereich. Nicht nur die Nutzererfahrung und die Navigation wurden beim Admin Interface und im Content Management Bereich viel vernünftiger und schlichter gestaltet, er lässt sich zudem auch von verschiedenen mobilen Geräten aus steuern. Die Vereinfachung der Arbeitsabläufe beim Aufführen von Produkten, der Addierung von korrespondieren Bildern oder Videos, sowie des Exportierens und Importierens spart viel Zeit und Mühe. Jetzt lassen sich auch Bilder mit Hilfe von den in Magento 2 eingebauten Tools einfach komprimieren. Das Schaffen von Content für Ihren Online Shop ist auch mehr flexibel und intuitiv dank des neuen WYSIWYG (“What you see is what you get”) Interface.

Checkout

Weiterhin wurde der Checkout-Prozess, wo die Mehrheit der Kunden ihren Kauf abbrechen und wo die Konversionsraten am meisten leiden, mit über 40% beschleunigt. Der Kunde kann jetzt nur in zwei Schritten einen Kauf abschließen im Vergleich zu den vier bis fünf Schritten, die bei Magento 1 erforderlich waren, ein deutlicher Fortschritt.  Zudem gibt es weitere bequeme Möglichkeiten, die das UX im Checkout Prozess beschleunigen, wie etwa ein Einkaufen als Gast, die Registrierung mitten im Einkaufsprozess, eine Übersicht von den ausgewählten Produkten mit Bildern oder die Identifizierung über die E-Mail Adresse.

Sicherheit und Zahlungsmethoden

Magento 2 freut sich auch im Bereich Sicherheit auf wesentlichen Verbesserungen. Sicherere Zahlungs-Gateways wie PayPal, BrainTree, Authorize.net und andere verbessern weiter die UX im Checkout Prozess. Die Bankdaten Ihrer Kunden werden direkt an die Zahlungsprovider verschickt und nicht auf der Webseite gepseichert. Neue Wege zur Datenspeicherung- und Verwaltung sowie verstärkte Hashing-Algorithmen für Kennwörter sind implementiert.

Marketing

Auch im Marketing und Analytics Bereich von Magento 2 wurden Verbesserungen vorgenommen – reiche SEO – Features, unter einigen die sog. Rich Snippets auf die Katalogseiten, stehen Online Händlern jetzt Out-Of-The-Box zur Verfügung. Ausführliche Kunden- und Einkaufsdaten wie die letzten verkauften Artikeln, Bestseller etc. sind über das Dashboard zugänglich.

Erweiterungen

Konflikte zwischen verschiedenen Erweiterungen, welche dem gleichen Zwecken dienen, und die bei Magento 1 nicht selten auftauchten, sind zum Glück nicht mehr bei Magento 2 zu erwarten – dank der neuen Code-Überlappung Mechanismen. Alle neuen Extensions, die auf die Magento Marketplace zur Verfügung gestellt werden, werden von Magento Entwicklern auf ihre kompromisslose Qualität geprüft.

Preis

Die Community Edition von Magento 2 ist, wie es auch bei der ersten Version bereits der Fall war, kostenlos. Eine neue Kostenstruktur ist bei der Enterprise Edition (EE) implementiert worden. Diese verlangt einen umsatzabhängigen Preis. Relativ zu Magento 1 ist der Einstiegspreis von 18k auf 22k im Jahr bei einem Umsatz von bis zu einer Million US-Dollar etwas höher gesetzt, als bei dem Vorgänger. Die Nutzer von Magento 2 bekomen allerdings die Möglichkeit, auf eine unbegrenzte Zahl von Servern zu expandieren, was besonders für größere Händler gewinnbringend ist, welche sich auf Massenverkäufe in bestimmten Perioden verlassen. Insgesamt halten wir das neue Preismodell für die EE für relativ angemessen.

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Die Planung einer Umstellung zu Magento 2

Angesichts der zahlreichen Verbesserungen in Schlüsselbereichen, sowie der begrenzten Lebensdauer von Magento 1, gibt es schon jetzt viele Gründe für einen zeitnahen Wechsel. Zusätzlich wird sich die Magento Community vielmehr und letztendlich ausschließlich auf Magento 2 konzentrieren, jetzt da die Tage von der alten Version gezählt sind.

Wie Sie aber wahrscheinlich schon wissen, ist eine Migration zu Magento 2 nicht so einfach wie es aussieht – eine vertiefte Analyse der geschäftlichen Besonderheiten, die notwendigen Ressourcen, die Zeitspanne sowie eine gründliche Planung des Wechsels sind nicht nur wünschenswert, sondern obligatorisch.

Die Größe Ihres Geschäfts ist ein entscheidender Faktor bei der Zeitplanung von der Migration. Wenn Sie einen kleinen Shop mit wenig Komplexität und Personalisierungen betreiben, dann können Sie ruhig noch bis zum Ende 2017 auf Magento 1 laufen und erst dann einen Wechsel planen. Bei mittelständischen Shops ist es aber schon etwas anders – abhängig von dem Grad an Anpassungsbedarf sollten Sie schon mindestens mit einer groben Planung und Kalkulation anfangen, damit Sie die Situation im Griff haben und auch einige Monate für das Testing übrig haben. In diesem Gedankengang müssen folglich die große Online Händler schon jetzt mit der Planung anfangen, da sie wirklich viel zu tun haben werden und mit einem Zeitplan von ungefähr einem Jahr für den Umstieg rechnen sollten.

Als Magento 2 auf dem Markt getreten war, gab es eine Menge an vielen grundlegenden Erweiterungen, die sich mit dem System nicht integrieren ließen, da sie noch nicht für die neue Version aktualisiert worden waren. Da das System immer noch relativ neu ist, ist es durchaus möglich, dass einige externe Anbieter noch nicht unterstützt werden. Daher lohnt es sich vor dem Wechsel genauer anzuschauen, ob es für Sie unerlässlichen Erweiterungen oder Modulen gibt, die auf Magento 2 noch nicht laufen können.

Eine komplette Migration von Magento 1 zu Magento 2 ist leider nicht möglich. Mit Hilfe von dem neuen Data Migration Tools, wie bspw. dem Anbieter Cart-2-Cart, können alle Inhalte wie Produkten und Content des aktuellen Magento 1 Shops transferiert werden, jedoch würden selbst erstellte Themes oder Erweiterungen auf Magento 2 nicht funktionieren. Dennoch ist jetzt kein Mangel an Themes und Erweiterungen wie in der Frühphase von Magento 2 zu sehen. Über 400 personalisierbare Themes können bereits auf Themeforest gefunden werden.

Zusätzliche Aufwände für neue Erweiterungen und Themes müssen auf jeden Fall erwartet werden, da der Onlineshop hinsichtlich des Front-End und Funktionalitäten praktisch neu gestaltet werden sollte. Auf der anderen Seite könnte das aber auch profitabel für Ihr Geschäft sein, da Sie die Möglichkeit zur Änderungen und Verbesserungen der vorhandenen Struktur zur Verfügung haben, wie z.B unnötige oder leistungsschwache Erweiterungen zu wechseln.

Neben der Verfügbarkeit von ausreichenden finanziellen Ressourcen und Fachkräften, sollten Sie auch immer die saisonale Verkaufsvolumen und Ihren spezifischen starken Perioden des Jahres, abhängig von den Produkten die Sie verkaufen. Sie wollen auf jeden Fall in diesen Zeiträumen verfügbar sein und mit voller Kraft agieren, damit Ihnen keine Verkäufe entgehen, also planen Sie die Migration so, dass sie nicht zu diesen Zeitpunkten stattfindet.

Fazit

Mit so vielen umgesetzten Verbesserungen und jetzt die neue 2.1 Version, welche in einem großem Umfang die anfänglichen Problemen von Magento 2 gelöst hat, ist die Zukunft schon jedem klar – ein Wechsel ist unvermeidbar und steht jetzt bereits vor der Tür. Gerne bieten bieten wir Ihnen eine kostenlose Beratung rund um einen Wechsel zu Magento 2 und beantworten Ihre Fragen – nutzen Sie einfach unser Kontaktformular.

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